Genuss mit "Neben" Wirkungen
Neben Gebieten mit bereits umfassend erforschten Wirkungen des Weines, werden bei einer Vielzahl weiterer gesundheitlich relevanter Bereiche positive Folgen moderaten Weinkonsums angenommen. So sind im Wein so genannte Antioxidantien enthalten, die die im Körper z. B. durch Umweltbelastung oder durch Rauchen entstehenden "freien Radikale" bekämpfen. Diese aggressiven Verbindungen werden heute für eine Vielzahl von Erkrankungen, wie z. B. Krebs, aber auch Alterungsvorgänge verantwortlich gemacht.
Geist und Psyche
Auch die Psyche kann durch Weingenuss positiv beeinflusst werden. Der enthaltene Alkohol erhöht die Konzentration von Serotonin, einer Substanz im Zentralen Nervensystem, die u. a. Gedächtnis, Appetit, Stimmung und das Lebensgefühl steuert. Wird wenig Serotonin gebildet, fällt die Stimmung merklich.
Depressive Menschen weisen häufig einen niedrigen Serotoninspiegel auf. Erfahrene Mediziner empfehlen ihren "gestressten" Patienten deshalb gerne ein gutes Glas Wein. Solange sich die Sorgen in einem Glas Wein wiederfinden, ist dagegen nichts einzuwenden.
Lebenserwartung
Schließlich wirkt Wein durch das Zusammenspiel der Vielzahl seiner Einflüsse begünstigend auf die Lebenserwartung. Neben den Organbereichen ist es vor allem der positive Effekt auf das Herz-Kreislauf-System, was zu länger anhaltender körperlicher Fitness beitragen kann. Mit zahlreichen Daten hat die moderne Wissenschaft belegt: Wer einen gesunden Lebensstil mit Wein pflegt, lebt länger.
Weiß oder Rot
Unter gesundheitlichen Gesichtspunkten besitzt diese Frage weit weniger Relevanz als z. B. die Frage nach dem Trinkanlass. Sowohl Weiß- als auch Rotweine weisen die beschriebenen Wirkungen auf, so dass man sich ganz nach Gusto entscheiden kann. Nach den Ergebnissen der "Mainzer Weinstudie" bringt der Genuss deutscher Rot- wie Weißweine vergleichbar günstige Resultate.
Der Alkoholgehalt
Entgegen landläufiger Meinung sind die lieblichen Weine nicht automatisch die alkoholreicheren. Bei trockenen Weinen ist durch die vollständige Vergärung des Zuckers der Traube oft mehr Alkohol entstanden, als bei Weinen, die eine natürliche Restsüße aufweisen. Ein Blick auf das Etikett gibt aber schnell Aufschluss, denn hier ist der Alkoholgehalt in Volumenprozent angegeben. Hat ein Wein z. B. zehn Volumen-Prozent und genießt man davon einen Viertelliter, entspricht das der Menge von ca. 20g Alkohol.
Die richtige Dosis
Wie viel Alkohol ein Mensch verträgt, ist von individuellen Faktoren abhängig. Als Quantum, bei dem für gesunde Erwachsene Vorteile, aber noch keine gesundheitlichen Nachteile zu erwarten sind, werden bei täglichem Konsum für Frauen ein bis zwei (entsprechend ca. 20g Alkohol) und für Männer zwei bis drei Gläser Wein (entsprechend 30g Alkohol) angesehen. Konsum-Tipp: Männer können etwa um die Hälfte mehr Alkohol zu sich nehmen als Frauen. Wenn ein Paar, das zum Abendessen eine Flasche Wein gemeinsam trinkt, dies berücksichtigt, ergibt sich automatisch die für beide verträgliche Menge.
Quelle: Deutsche Weinakademie GmbH, Mainz
