Weinwissen

Wein ist mehr als Genuss, denn es gibt zahlreiche Details, die Sie zum Thema Wein entdecken können. Unser Wein-ABC hält dafür die wichtigsten Fachbegriffe und Stichworte bereit und ergänzend interessante Informationen .

Wählen Sie einfach einen der unteren Begriffe aus und werden Sie zum echten „Wein-Profi“.

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B

Baden

Bestimmtes Anbaugebiet in Deutschland (Baden-Württemberg).

Baden Brut

Bezeichnung für badischen Erzeugersekt, dessen Logo der Badische Weinbauverband nur bei Einhaltung strengster Bedingungen vergibt: Nur Sekt der Geschmacksrichtung "brut" (bis 15 g/1 Zucker) aus badischen Betrieben, deren Traubenerzeugung, Grundwein und Sektbereitung im Hause und im klassischen Flaschengärverfahren erfolgt, darf dieses Emblem tragen.

Baden Selection

Badische Erzeugerabfüllungen aus mindestens 15 Jahre alten Rebanlagen, deren Flächenertrag höchstens 60 Hektoliter pro Hektar betragen darf; sie müssen ohne Süßreserve hergestellt werden. Die Etiketten tragen Angaben zu Rebsorte, Jahrgang, Geschmack (ausschließlich "trocken") und die Bezeichnung "Qualitätswein", unabhängig vom Mostgewicht. Neben dem Erzeuger wird außerdem nur der Bereich genannt, keine Groß- und Einzellagen. Die geschätzte Bezeichnung ist außerdem an die Prämierung mit dem badischen Gütezeichen und eine weitere sensorische Prüfung gebunden. Schließlich dürfen diese Weine frühestens im Oktober des auf die Lese folgenden Jahres in Verkehr gebracht werden.

Badisch Rotgold

Spezialität aus Baden; Wein aus einer Mischung Blauer Spätburgunder- und Grauburgundertrauben; der Grauburgunder-Anteil muss mindestens 51% betragen.

Badische Bergstraße / Kraichgrau

Weinrechtlicher Bereich im Anbaugebiet Baden zwischen Weinheim, Pforzheim und Karlsruhe: Riesling, die Burgundersorten und Müller-Thurgau werden hier bevorzugt. Schriesheim, Leimen, Wiesloch, Bruchsal und Weingarten sind die bekanntesten Weinorte. Porphyr, Buntsandstein, Muschelkalk und vornehmlich Keuper sind für die herzhafte, kräftige Ausprägung des Rieslings und der Burgundersorten zwischen Weinheim und Karlsruhe verantwortlich.

Badisches Gütezeichen

siehe Prämierung

Barrique

Kleines Eichenholzfass mit einem Fassungsvermögen von 225 bis 300 Liter. Die Lagerung im Barrique wirkt sich auf das Bukett und die Struktur des Weines aus, die sie festigt. Typisch ist der Geruch nach Vanille, zu dem nach einiger Zeit auch Aromen von Tabak und Zedernholz kommen. Eignet sich nur für außerordentlich gute Weine.

Beerenauslese

Wird aus überreifen und edelfaulen Beeren gewonnen, deren Saft in Baden einen natürlichen Zuckergehalt von mindestens 124 Grad Oechsle aufweist. Typisch für eine Beerenauslese ist die Farbe, die oft schon bei jungen Weinen wie Bernstein aussieht.

Begrünung

In der Rebzeile gesäte oder wild gewachsene Gräser und Pflanzen. Sie schützt vor Erosion, begünstigt das Bodenleben, damit die Humusbildung, und fördert den Lebensraum von Insekten und Vögeln.

Bereich

Weingesetzlich vorgeschriebene geografische Einheit als Ursprungsbegriff für Qualitätsweine: größer als die Lage, kleiner als das bestimmte Anbaugebiet.

Biegen und Binden

Im Frühjahr wird der Rebstock durch B. der Ruten in seiner Form stabilisiert, um eine gleichmäßige Versorgung der Triebe mit Nährstoffen zu gewährleisten. Bei der Erziehung im "Pendel-" oder "Halbbogen" werden die Ruten über einen Draht gezogen und angeheftet.

Blindprobe

Weinprobe (u.a. zur amtlichen Qualitätsweinprüfung), bei der Erzeuger und/oder Rebsorte, Jahrgang, Lage oder Qualitätsstufe nicht bekannt sind.

Blüte

Im Juni blüht die Rebe. Das "Geschein" besteht aus bis zu 600 unscheinbaren, gelbgrünen zwittrigen Blüten. Feuchtwarmes Wetter begünstigt die Selbstbefruchtung. Kälte, Regen und starker Wind sind Risiken und können zum Durchrieseln/Verrieseln führen.

Bocksbeutel

Traditionelle fränkische Flaschenform, deren Name zu manch stimmungsvollen Spekulationen Anlass gibt. Auch die im Baden-Badener Rebland erzeugten Weine (z.B. der WG Steinbach und Umweg, WG Neuenweier-Bühlertal und WG Varnholt) dürfen aufgrund eines historischen Privilegs im B. abgefüllt werden.

Böckser / Hefeböckser

Böckser ist eine Bezeichnung für einen Geschmacks- und Geruchsfehler. Er entsteht durch den Abbau schwefelhaltiger Substanzen während der alkoholischen Gärung. Ein Wein mit diesem Fehler zeigt einen deutlichen Geruch nach fauligen Eiern. Ein Böckser tritt hauptsächlich während des Gärungsprozesses und bei Jungweinen auf.

Boden / Bodenbeschaffenheit

Die verschiedenen Rebsorten stellen unterschiedliche Ansprüche an den Pflanz-Standort (terroir). So ist auch erklärbar, warum der Anbau aller Sorten nicht überall gleichermaßen erlaubt ist. Ob lockere Böden, tiefgründige, eher sandige, lehm- oder gesteinshaltige, immer ist die Ernährung der Rebe mit Wasser und Mineralstoffen eine andere. Nach Meinung von Fachleuten wird demnach der Charakter eines Weines zur Hälfte von der Art des Bodens geprägt. Das Gedeihen der Pflanzen hängt u.a. von folgenden Bodeneigenschaften ab: Struktur, Wassergehalt und Durchlässigkeit, Durchlüftung, Erwärmbarkeit, Nährstoffgehalt und dem pH-Wert. Der Boden bestimmt das Bukett, aber nicht alleine, denn viele Faktoren müssen zusammenwirken. Die allgemeine Faustregel besagt: leichter Boden leichter Wein, schwerer Boden schwerer Wein.

Bodensatz

siehe Depot

Bodensee

Weinrechtlicher Bereich im Anbaugebiet Baden, mit den Zentren Meersburg und Hagnau. Die "Seeweine" sind begehrte Raritäten, ob nun der besonders spritzige Müller-Thurgau oder der aromatische Spätburgunder bzw. dessen Wuchtige Weißherbst-Variante. Moränen- und Molasseböden (stark kalkhaltiger, sandiger Löß-Lehm) machen die Bodensee-Weine leicht und spritzig.

Botrytis

siehe Edelfäule

Bukett

frz. Bouquet; die Summe der Aromen, die der Wein ausströmt.

Bundesweinprämierung

Nationale deutsche Weinprämierung unter der Regie der DLG. Bewertet wird nach einem Fünf-Punkte-Schema, das Duft, Geschmack und Harmonie beurteilt.