Sommelière Christina Hilker empfiehlt: Badische Weine zu Quiche und Tarte

Diesen Monat geht es um den Herbst und um Essen, das die Winzer lieben: Quiche und Tarte. Letzteres ist übrigens der Oberbegriff für süße und herzhafte Kuchen mit Mürbeteigboden. Als Quiches werden ausschließlich die deftigen Varianten bezeichnet. Die Urform der salzigen Tarte oder Quiche stammt aus dem benachbarten Elsass-Lothringen – die klassische Quiche Lorraine (frz. für Lothringen) mit Speck. Aber auch in Baden erfreut man sich an diesem deftigen Backwerk, gerade im Anschluss an die erfolgreiche Weinlese. Kein Wunder – schmeckt es doch nicht nur köstlich, sondern lässt sich auch gut vorbereiten, ist unkompliziert zu essen und eignet sich ebenso zum Aufwärmen und als kalter Snack. Der Neue Wein (Süßer), der jetzt landauf, landab in Besen- und Straußenwirtschaften ausgeschenkt wird, mundet vortrefflich zu Quiches sowie zu Zwiebel- oder Flammkuchen. Zum leckeren Backwerk darf es aber gerne auch ein delikater Weißburgunder, ein süffiger Weißherbst, ein vollmundiger Chardonnay oder ein charmanter Spätburgunder sein. Glücklicherweise hält das Weinland Baden für jeden Geschmack den richtigen Tropfen parat. Ich habe sie für Sie zusammengestellt:

 

1. 2017 Scherzinger Batzenberg, Weißer Gutedel Alte Reben Kabinett trocken, Weingut Heinemann, Scherzingen, Markgräflerland

Deutliche Duftnoten, die an saftige reife Äpfel, Pfirsich, Zitronengras, Lindenblüte und feine Hefenoten denken lassen. Der Gaumen ist überaus erfrischend und lebendig mit feiner Mineralität und Tiefe sowie zurückhaltendem Alkohol von lediglich 10,5 Vol% – wunderbar zu Schwarzwurzelquiche, Kohlrabi-Tarte mit Mandelblättchen und getrockneten Steinpilzen.

Bekannt wurde das Weingut Heinemann übrigens dadurch, dass Vater Heinemann Pflanzgut für den Weißburgunder aus Chablis geordert hatte – und typisch für dieses Gebiet in Frankreich dann Chardonnay ins Markgräflerland geliefert wurde. Damals galt die Rebsorte für Baden noch als untypisch und exotisch, und so wurde das Weingut zum Chardonnay-Pionier der Region. Heute ist das Weingut sowohl für Chardonnay, Sauvignon Blanc und Cabernet Sauvignon als auch für seine Burgundersorten und seinen Gutedel bekannt. Gutedel ist der Wein der leisen Töne. Er wird leider oft zu Unrecht unterschätzt, birgt er doch so viel mehr in sich als man meint – da sind Lothar Heinemann und ich uns einig.

Bezugsadresse: www.weingut-heinemann.de

EVP: ca. 7,40 Euro/0,75 l

 

2. 2017 Sulzfelder Lerchenberg Weißburgunder, Q.b.A. trocken, Weingut Pfefferle, Sulzfeld, Kraichgau

1985 gründeten Reiner und Beate Pfefferle das gleichnamige Weingut. Dem mit Leidenschaft geführten Betrieb ist ein „Weinstadl“ angeschlossen. Dort kann man sich vom schmackhaften Vesper ebenso wie von regionalen kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnen lassen. Mit gutem Wein und dem passenden Essen kennt man sich hier also vortrefflich aus. Kehren Sie doch gerade jetzt im Herbst einmal bei der Familie Pfefferle ein und genießen Sie den Kraichgau, in gemütlicher und entspannter Atmosphäre. Zum Beispiel mit diesem erfrischenden und delikaten Weißburgunder, der nach Zitrus, reifer Birne, Lindenblüte und Anis duftet – zum Besentoast mit Salzfleisch und Käse überbacken Erfrischung pur!

Bezugsadresse: www.weingut-pfefferle.de/shop/

EVP: ca. 5,50 Euro/0,75 l

 

3. 2017 Meersburger Sonnenufer Grauburgunder, Q.b.A. trocken, Winzerverein Meersburg eG, Bodensee

Gegründet im Jahr 1884 handelt es sich hier um die zweitälteste Winzergenossenschaft Badens. Gewachsen in der Lage Meersburger Sonnenufer entstand ein charmanter und erfrischender Grauburgunder, der nach gelben Früchten wie Birne, Quitte und Honigmelone duftet, in Verbindung mit hellen Blüten und einem Hauch Ingwer. Sein fruchtiger Gaumen wirkt charmant und zugleich anregend, der Nachhall ist von einer feinen Fruchtsüße geprägt – also genau der richtige Tropfen zum deftigen Vesperteller in den benachbarten Meersburger Stuben.

Bezugsadresse: http://eshop.winzerverein-meersburg.de/

EVP: ca. 7,90 Euro/0,75 l

 

4. 2015 Steger Konzept Chardonnay, Q.b.A. trocken, Badischer Winzerkeller eG, Breisach

In Zusammenarbeit mit dem Sommelier Peter Steger aus Berlin entstand das Konzept für die Top-Linie des Badischen Winzerkellers Breisach. Selektiert aus den besten Lagen entstand ein Wein mit viel Frucht von Birne, Quitte und reifer Ananas, untermalt von deutlichen Vanillenoten und Honig. Der kräftige und vollmundige Geschmack eröffnet viel Exotik, eine zarte Süße und feine Röstnoten. Ein kraftvoller Chardonnay, der super zur herbstlichen Maronen-Tarte mit Speck mundet.

Bezugsadresse: www.badischer-winzerkeller.de

EVP: ca. 15,00 Euro/0,75 l

 

5. 2017 Spätburgunder Weißherbst Kabinett, WG Rammersweier, Ortenau

Die Winzergenossenschaft Rammersweier im Weinort Rammersweier vor den Toren der Stadt Offenburg zählt heute mit ihren 55 Hektar zu den kleinsten Winzergenossenschaften in Baden. Seit über 90 Jahren wird in diesem kleinen aber feinen Betrieb Wein gekeltert. 100 Mitgliedsbetriebe sorgen unter dem langjährigen Kellermeister Siegried Kiefer dafür, dass so feine Weißherbste entstehen, die mit heller Beerenfrucht, feiner Süße und lebendiger Säure vortrefflich zu Erdbeer-Pfirsich Tarte mit Brie harmonieren.

Bezugsadresse: www.wg-rammersweier.de

EVP: ca. 6,10 Euro/0,75 l

 

6. 2015 Spätburgunder „Edition“, Weingut Josef Ambs, Bötzingen, Kaiserstuhl

Das Weingut wird mit viel Leidenschaft in der dritten Generation von den Brüdern Josef und Anton Ambs und den beiden Junioren Manuel und Andreas Ambs bewirtschaftet. Wunderschön gelegen am Ortsrand von Bötzingen reifen die Reben in warmer und sonnenreicher Umgebung auf den fruchtbaren Löss- und Lehmböden des Kaiserstuhls. Die Natur im Fokus, erfolgt die Bewirtschaftung naturnah und ökologisch. Zudem weiß man die wertvollen Ressourcen der sonnenverwöhnten Region zu nutzen. So befindet sich unter anderem seit 2004 eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Weingutes.

Mit dunkler und dichter Farbe läuft dieser wunderbare Spätburgunder ins Glas und betört mit dichter Kirsch- und feiner, süßer Beerenfrucht sowie Kräuternoten, die ein wenig an Wacholder und Rosmarin denken lassen. Der elegante und lebendige Gaumen besticht nicht nur durch die charmante Frucht, sondern besonders durch seine feingliedrige und belebende Säure- und feinkörnige Tanninstruktur. Kurz: die optimale Ergänzung zur pikanten Roastbeef-Quiche mit Perlzwiebeln, Rosmarin und getrockneten Tomaten.

Bezugsadresse: www.weingut-ambs.de

EVP: ca. 8,50 Euro/0,75 l

Badischer Wein