Badische Straußenwirtschaften heißen Gäste willkommen

Gespeichert von amoellers am Di, 09/04/2018 - 09:01

Freiburg, im September 2018. Es ist wieder soweit, die badischen Straußenwirtschaften sind für einige Wochen geöffnet. Bei regionalen Weinspezialitäten und deftiger Hausmannskost genießen Einheimische und Besucher von auswärts das badische Lebensgefühl mit allen Sinnen. Auch zahlreiche Mitgliedsbetriebe der Badischer Wein GmbH hängen den Strauß an ihre Türe und öffnen Tor sowie Wein für ihre Gäste.

 

Straußenwirtschaften sind Urgesteine badischer Weinkultur, sie sind heute wieder modern und zugleich urig, bodenständig und irgendwie auch hipp. In den saisonal geöffneten Stuben schlüpfen die Winzer für einen Zeitraum von bis zu vier Monaten in die Rolle des Gastwirts und schenken ihre eigenen Weine aus. Je nach Region kann das am Kaiserstuhl Burgunder, am Bodensee Müller-Thurgau, im Markgräflerland ein Gutedel oder in der Ortenau ein Klingelberger sein. Abhängig davon, in welcher der vielen badischen Straußenwirtschaften der Gast sein Plätzchen gefunden hat, steht vom einfachen Wein bis zum besonderen Tropfen alles auf der Weinkarte. Einigkeit herrscht hingegen im Großen und Ganzen bei den Speisen: Deftig und einfach zubereitet, findet sich eine gute Auswahl: angefangen bei Wurstsalat mit Käse über Bibiliskäs bis hin zu Flammkuchen. In dieser geselligen Atmosphäre kommt auch der auswärtige Gast schnell mit dem Straußenwirt und den Leuten aus der Region in Kontakt. Wird es voller auf der Bank, rückt man zusammen. In der Regel werden in einem „Straußen“ keine Reservierungen vorgenommen, sondern man geht einfach vorbei. Im Vorfeld ist es aber wichtig, sich über die Öffnungszeiten zu informieren. Diese schwanken je nach Stube zwischen tageweise, am Wochenende und mehreren Wochen am Stück.

 

Straußenwirtschaften – wie sie wurden, was sie heute sind

Der Legende nach erlaubte Kaiser Karl der Große in einem Erlass aus dem Jahre 812 Winzern den Betrieb von „Kranzwirtschaften“. Also Gasthäuser, die durch einen ausgehängten Kranz aus Reben oder Efeu kenntlich gemacht wurden. Mehr als 1200 Jahre später wurde aus dem Kranz ein Strauß, mancherorts, wie in Württemberg, auch ein Besen. Wie viele Straußenwirtschaften es mittlerweile in den deutschen Weingebieten gibt, lässt sich nicht genau sagen. Grund dafür ist die sogenannte Besenverordnung, sie räumt den Straußen- oder Besenwirtschaften Freiheiten ein. Allerdings müssen die Ausschankstuben auch spezielle Auflagen erfüllen: So ist eine Straußenwirtschaft kein traditioneller Gaststättenbetrieb und sollte in der Regel nicht mehr als 40 Sitzplätze haben. Die Bewirtung muss in unmittelbarer Nähe zum Hof erfolgen und die angebotenen Speisen sind einfache Hausmannskost. Zudem muss ein solcher Ausschank etwa zwei Wochen vor Öffnung bei den Behörden gemeldet werden. Für die Dauer von bis zu vier Monaten werden dann die Gäste bewirtet.

 

Eine Auswahl an Straußenwirtschaften in Baden:

Weinstadl Reiner Pfefferle, www.weingut-pfefferle.de

 

Auf der Breite Winzerhof Kerber, www.aufderbreite.de

 

Weingut Wiesler, www.wiesler-weingut.de

 

Weingut Nägelsförst, www.naegelsfoerst.de

 

Winzerhof Baumann, www.weinland-franken.de/customer/dertingen/winzerhof-baumann/

 

Weingut Österlein, www.weingut-oesterlein.de

 

Weitere Adressen unter:

www.badische-weinstrasse.de/Info/Aktuelles/Straussenwirtschaften

 

Bildquelle: Nägelsförst

 

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Nägelsförst Straußenwirtschaften Badischer Wein