Goldener Herbst und schöne Straußenzeit – badische Winzer laden ein

Wenn die Herbstsonne die Weinberge in ein goldenes Licht taucht, beginnt in Baden nicht nur die Weinlese, sondern auch die Straußenzeit. Viele Winzer im Südwesten öffnen jetzt für einige Wochen ihre Türen und Küchen.

„Kumm, me geeh in d’ Strauße!“ Wer das badische Lebensgefühl hautnah erleben möchte, ist in einer Straußwirtschaft, im hiesigen Volksmund auch Straußi oder Strauße genannt, genau richtig. Straußenwirtschaften sind gelebte Tradition und gelten als unverzichtbarer Teil der badischen Weinkultur.

Wenn’s Sträuß'che hängt

Der Legende nach erließ Karl der Große im Jahr 812 das „capitulare de villis vel curtis imperii“. Die Verordnung erlaubte den Weinbauern, einen Teil des Weins im eigenen Haus auszuschenken. Den Zeitpunkt des Ausschanks zeigten die Winzer an, indem sie einen Strauß, Besen oder Kranz am Hoftor befestigten. Auch heute hängt an den Straußwirtschaften ein Strauß aus Weinlaub oder Ähren, wenn sie geöffnet sind.

Bildquelle: Christoph Eberle / STG

Damals wie heute schlüpfen die Winzer und Weinbauern in die Rolle des Gastwirts. Ausgeschenkt wird, was im eigenen Weinberg wächst und serviert, was Küche, Keller und Räucherkammer hergeben. Die Speisen sind daher meist einfach gehalten. So werden vor allem regionale Gerichte angeboten. Dazu gehören Winzervesper und Käsebrett, aber auch beispielsweise Brägeli (Bratkartoffeln), Bibiliskäs oder  Flammkuchen. Passend dazu wird Selbstgekeltertes ausgeschenkt: Burgunder am Kaiserstuhl, Müller-Thurgau am Bodensee, Gutedel im Markgräflerland und Klingelberger in der Ortenau. Je nachdem, in welcher der zahlreichen Straußwirtschaften der Gast einkehrt, findet er vom jungen, leichten bis eleganten, gereiften Tropfen für jeden Geschmack etwas auf der Weinkarte.

Bildquelle: Chris Keller / STG

Überall im badischen Weinland finden sich die Straußwirtschaften – mal in einem historischen Gewölbekeller, mal in einem umgebauten Pferdestall, aber auch in der guten Stube eines Gutshofs oder im romantischen Garten eines Winzerhofs. Für alle gilt jedoch: Kaum eine gleicht der anderen. Während die einen eher bodenständig und urig daherkommen, wirken die anderen modern und hip.

Grundsätzlich gilt: Dort, wo der Strauß hängt, ist geöffnet.

Hochsaison in den badischen Weinbergen

Gerade im Herbst ist das Weinland Baden ein echter Sehnsuchtsort. Die Reben färben sich allmählich gelblich und die Sonne taucht die Weinberge in ein goldenes Licht.

Bildquelle: Badischer Wein GmbH / Stefanie Grimm

Die Zeit rund um die Weinlese ist nicht nur für Urlauber und Genießer ein Erlebnis – sie ist auch für die Winzer die spannendste Zeit und der Höhepunkt eines Winzerjahres. Jetzt entscheidet sich, ob die mühsame Pflege und Versorgung des Weinbergs mit einem erfolgreichen Wein belohnt wird. Wann die Trauben reif für die Lese sind, hängt hauptsächlich von der Rebsorte und der Witterung ab. Am Ende entscheidet der Winzer selbst, wann seine Trauben den Weg in den Weinkeller finden. Eine Vielfalt von Faktoren wie der Zucker- und Säuregehalt sind dafür ausschlaggebend. Außerdem kann er das Wetterrisiko am besten einschätzen und einplanen, wann er welchen Wein keltern will. Dabei gilt es abzuwägen: Einerseits wird ein Wein besonders gut, wenn die Pflanze möglichst lang die Trauben versorgen kann. Andererseits stellen plötzlicher Frost oder eine Regenperiode ein Risiko dar und können die Lese beeinträchtigen. Auch je nach Weintyp unterscheidet sich der Zeitpunkt der Ernte: Den Startschuss macht dabei traditionell der Federweißer, für den noch nicht ganz reife Trauben verwendet werden. Die Hauptlese findet dann meist im September statt und kann bis in den Oktober oder November dauern.

Goldener Herbst in Baden

Der Herbst und die Weinlesezeit eignen sich perfekt für einen Wochenendtrip oder ein paar entspannte Urlaubstage in Baden. Wenn die Herbstsonne in Baden für ein paar letzte warme Tage sorgt, können bei ausgiebigen Spaziergängen Trauben genascht und die Helfer bei der Lese beobachtet werden. Einige Weingüter bieten sogar die Möglichkeit an, selbst aktiv zu werden und bei der Ernte zu helfen – ein spannender Blick hinter die Kulissen des Weinbaus. Abends warten dann Federweißer und kulinarische Highlights auf Besucher des Weinlands Baden. In der Straußensaison öffnen traditionell viele Winzer für einige Wochen ihre Türen und Küchen und verwöhnen Gäste mit regionalen Weinspezialitäten und deftigen Köstlichkeiten.

Bildquelle: Wein- und Sektgut Gerhard Karle

Wer sich das badische Lebensgefühl nach Hause holen möchte, kann die hochwertigen Weine aus Baden auch ganz leicht online bestellen. Besuchen Sie hierfür die Online-Shops unserer badischen Winzer: www.badischerwein.de/weine-online-bestellen.

Grundsätzlich gilt: Dort, wo der Strauß hängt, ist geöffnet.

Hier geht es zu einer Auflistung der Straußenwirtschaften:

www.badische-weinstrasse.de/Info/Aktuelles/Straussenwirtschaften

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