Trend-Genuss im Glas: Bio- und vegane Weine aus Baden

Regionalität, Umweltbewusstsein und vegane Ernährung – diese Trends, die die gesamte Lebensmittel- und Getränkebranche beschäftigen, spielen auch in den badischen Weinbergen eine immer größere Rolle.

Die Winzer in Baden arbeiten im Einklang mit der Natur und bieten dabei eine Vielzahl biologisch-zertifizierter Weine an. Auch die rein vegane Weinproduktion genießt eine wachsende Beliebtheit. Das erfreut nicht nur den Gaumen, sondern auch das Gewissen.

Gut für die Natur und gut für den Wein: Bei der Arbeit in den Weinbergen legen die badischen Winzer großen Wert auf eine nachhaltige Bewirtschaftung und ein ausbalanciertes Ökosystem. Einige Winzer orientieren sich dabei an ökologischen Richtlinien und bieten bio-zertifizierte Weine an. Was das für den Weinanbau bedeutet, beschreibt Martin Schmidt vom Weingut Kiefer und Schmidt in
Eichstetten: „Einfach erklärt steht Bio für den Verzicht auf chemisch-synthetische Hilfsmittel. Das ist ein ganzheitlicher Ansatz, der auf Kreisläufe achtet und den Boden in den Mittelpunkt stellt.“ Damit begegnen die Winzer nicht nur den Anforderungen eines biologischen Anbaus, sondern auch der wachsenden Nachfrage nach Bio-Weinen.

Von konventionell über Bio bis Demeter: Natur steht im Fokus

Doch die Übergänge vom Bio- zum konventionellen Weinbau sind fließend: Auch viele nicht-zertifizierte Winzer arbeiten nach biologischen Maßstäben und fördern die Biodiversität in ihren Weinbergen. „Sehr erfreulich ist, dass viele Methoden des Bio-Anbaus bereits von allen Winzern praktiziert werden. Insbesondere der Einsatz von Begrünungen ist mittlerweile fast Standard“, erklärt Martin Schmidt. Diese Begrünung der Rebzeilen unterstützt das Bodenleben und die Artenvielfalt im Weinberg. Mit ihren Bemühungen für mehr Nachhaltigkeit im Weinberg übernehmen alle badischen Winzer Verantwortung für ihre Umwelt und erzeugen dabei hochwertige und einzigartige Weine, die ihre Herkunft widerspiegeln.

Neben dem Bio-zertifizierten Anbau, der den Verzicht auf chemische Unkrautbekämpfung und synthetische Pflanzenschutzmittel vorschreibt, gibt es auch Winzer, die ihre Weinberge nach Demeter-Kriterien bewirtschaften. Dabei sind die biologisch-dynamischen Richtlinien besonders streng. In Baden stellt u. a. das Bioweingut Isele aus Vogtsburg-Achkarren ihre Weine seit 1973 nach diesen
Kriterien her.

Rein pflanzlicher Weingenuss aus Baden

Neben Bio-Produkten liegt auch vegane Ernährung im Trend – und das nicht nur auf dem Teller: Auch unter den Weinliebhabern achten immer mehr Menschen darauf, auf tierische Stoffe zu verzichten. In der veganen Weinproduktion nutzen die Winzer deshalb pflanzliche Proteine oder Mineralerde, um den Wein zu klären. Damit ermöglichen sie auch veganen Feinschmeckern den Genuss eines
hochwertigen Weins aus Baden

Welche badischen Winzer Bio- und vegane Weine anbieten, gibt es hier im Überblick:

Bio-Weine:

Vegane Weine:

Interview mit Martin Schmidt vom Weingut Kiefer und Schmidt, Eichstetten

Badischer Wein: Wie groß ist der Anteil von Bio-Weinen in Ihrem Weingut?

Martin Schmidt vom Weingut Kiefer und Schmidt, Eichstetten

Martin Schmidt: Bei unserem Weingut Schmidt arbeiten wir zu 100 Prozent Bio. Mein Vater macht das bereits seit 1987. Beim Weingut Kiefer liegt der Bio-Anteil aktuell bei 13 Prozent. Hier sind wir teilweise seit 1972 zertifiziert. In Eichstetten hat Bio-Landwirtschaft eine lange Tradition: Bereits nach dem Krieg haben sechs Landwirte und Winzer auf Bio umgestellt. Vor über 60 Jahren wurde Bioland in Eichstetten gegründet. Mein Vater hat damals das erste Bio-Weingut gegründet.

Badischer Wein: Was bedeutet biologischer Anbau konkret?

Martin Schmidt: Einfach erklärt steht Bio für den Verzicht auf chemisch synthetische Hilfsmittel. Das ist ein ganzheitlicher Ansatz, der auf Kreisläufe achtet und den Boden in den Mittelpunkt stellt. Auch viele Spitzenbetriebe praktizieren deshalb heute nach biologischen Maßstäben, da durch den gesunden Boden die Weine eindrücklicher und terroirbezogener werden.

Badischer Wein: Ist die Nachfrage nach Bio-Weinen gestiegen?

Martin Schmidt: Die Nachfrage ist stark gestiegen, inzwischen erwirtschaften wir den Hauptabsatz mit dem Bio-Großhandel, der wiederum kleine Bio-Läden beliefert. Hier verzeichnen wir eine Steigerung von über 30 Prozent, natürlich auch aufgrund der Pandemie.

Badischer Wein: Bio-Produkte sind oft teurer als herkömmliche. Ist das beim Wein auch so und woran liegt das?

Martin Schmidt: Der Mehrpreis für Bio ist vor allem den niedrigeren Erträgen geschuldet. Wenn man Weine mit viel Handarbeit macht, wie zum Beispiel durch die Entblätterungen für eine gut durchlüftete Laubwand, sind diese Kosten nicht unbedingt höher. Zudem gibt es Kosten für Dokumentation und Kontrolle, die allerdings durch staatliche Zuschüsse aufgefangen werden, die die Bio-Produktion unterstützen. Als mein Vater mit dem Bio-Anbau begann, war das eher ein Wein für Spezialisten. Heute wird es bei einem Spitzenwein schon fast als Voraussetzung angesehen. Sehr erfreulich ist, dass viele Methoden des Bio-Anbaus bereits von allen Winzern praktiziert werden. Insbesondere der Einsatz von Begrünungen ist mittlerweile fast Standard. Wenn die Begrünung dann auch dazu dient, die gesamte Ernährung der Reben sicherzustellen, wäre das ein großer Schritt für die Nachhaltigkeit des Weinbaus. Für mehr Biodiversität sind die Förderung der Nützlinge und der Verzicht auf Insektizide gute Mittel, um einen Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere zu schaffen.

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